Tipps für die Aufzucht von Hovawartwelpen.

Ayka vom Burggrafenberg

Ayka vom Burggrafenberg

Balin und Amy September 2012-BLOG-a (7)

Amy und Balin vom Burggrafenberg

 

 

 

 

 

 

 

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Baros vom Burggrafenberg

Sie überlegen nun ernsthaft, sich einen Hofwächter in Ihr Familienrudel zu holen. Dann bedenken Sie, dass der Hofwächter Ihre Nähe liebt und mit im Haus leben sollte. Er  ist selbst in der Lage zu entscheiden wo sein Lieblingsplatz ist – meistens dort wo er den Überblick hat auf Tür und Tor und natürlich so nah als irgend möglich bei Ihnen.

 

Sie lieben Ihren englischen Rasen über alles und überhaupt soll das ganze Universum glänzen!? Dann ist ein Hovawart Ihr sicherer Nervenzusammenbruch, er wird mit Sicherheit eine völlig andere Vorstellung von Wohlgefühl und Schönheit im Garten haben! Sie sollten sich im voraus damit vertraut machen, dass Ihr Hovawart eine eigenartige Neugier beim Gärtnern entwickelt: Geranien und andere Topfpflanzen gern auf Granitwegen kultiviert und wenigstens einen Vulkantrichter im Rasen gräbt um vielleicht doch zum Erdmittelpunkt vorzudringen – sehr zu Ihren Leidwesen.

Nun es macht bei alle dem auch eine Menge Spaß und schließlich wird jeder junge Hovawart auch älter und reifer und mit genügend Ausdauer auch wohlerzogen! Auf jeden Fall sollte Sie so schnell nichts aus der Ruhe bringen und man sollte besser vom schlimmstem Exemplar ausgehen, um so mehr Freude macht es wenn Sie ein liebes Hundchen haben mit nur kleinen Frechheiten.

Für Stubenhocker und Fernsehsitzer ist der Hovawart denkbar ungeeignet, er ist ein Naturbursche und braucht Bewegung mit seinem Menschenrudel. Die braucht er täglich, egal wie uns Menschen das Wetter gefällt. Wer aber Haus, Grundstück und vielleicht noch andere Haustiere hat, der kann da sowieso kaum Rücksicht nehmen und muss raus – gut für den Hovawart. Im Zusammenleben mit anderen Haustieren ist es wichtig den Hovawart von klein auf seinen Platz zu zeigen, dann wird er geduldig Katzen, Geflügel, Rinder, Schafe und allerlei Getier friedlich ertragen und bei entsprechender Gewöhnung und Gehorsam ein guter Begleithund am Pferd sein.

Ceus und Apollo-3

Ceus und Apollo vom Burggrafenberg

Alles was der Hovawart im ersten Lebensjahr kennen gelernt hat ohne Angst, das wird auch später für ihn nichts Erschreckendes sein. Wenn Ihr Züchter die Welpen in den ersten ca. 10 Wochen mit vielem schon in Kontakt gebracht hat, einen  Welpenauslauf für seine Babys gestaltet hat wie einen Abenteuerspielplatz und Besucher mit den Welpen viele Stunden spielen konnten, dann sind alle Sinne der Kleinen bestens vorbereitet auf ein tolles, langes Hundeleben. Sie als frischgebackener Welpenbesitzer müssen die Arbeit des Züchters jetzt fortsetzen um dem kleinen Hovawärtchen eine optimale Jugendprägung zu bieten.

Ihr Welpe kennt vom Züchter im günstigen Fall (vor allem wichtig bei Welpen zur Ausbildung als Blinden/Behindertenbegleithund/Rettungshund):

– zusätzlicher Kontakt zu anderen Hunden – fremde Menschen außer der Züchterfamilie – andere Haustiere – Autogeräusche und Autofahren – Haushaltgeräusche, z.B. Staubsauger, Radio, Mixer etc. – Gehen auf verschiedenen Bodenbelägen,

z.B. Erde, Sand, Rasen, Natursteine, Fliesen, Holz, Laminat und Parkett – Wasser in größeren Gefäßen als der Trinknapf, bzw. Baden/Schwimmen – Autoscheinwerfer im Dunklen, auch Blaulicht & Signalton – auf den Arm genommen werden – dem Menschen vertrauen – Laufen durch bewegte Tunnel/Rohre – laute Baugeräusche, z.B. Kreissäge – Spielzeuge verschiedenster Art und aus unterschiedlichem Material

 

Das ist ein großes Programm in den wenigen Wochen beim Züchter und Sie sollten es unbedingt fortsetzen und festigen. Gehen sie in eine Welpenspielgruppe, die ähnlich arbeitet.

Zunächst sollten Sie Ihren Welpen vorerst an das Grundstück und Haus und natürlich die Familie gewöhnen. Dazu laufen Sie, als Rudelchef die Grundstücksgrenzen, die der Hovawart einhalten soll mit dem Kleinen von Anfang an ab, egal ob da ein Zaun herum ist oder nicht. Sie sind das „Leittier“ und der Kleine wird Sie nachahmen, ohne Leine und viel Gepfeife. Ist eine Straße in der Nähe und auch so zur Sicherheit eine Schnur von ca. 3-4m dran binden und im Notfall schnell drauftreten.  An die Leine kommt der Kleine erst später, wenn das Hinterherlaufen ohne Leine gut klappt und die Schnur schon ab und an aufgehoben wird und das Hündchen gar nicht merkt, dass es in seiner Freiheit eingeschränkt ist und weiter freudig mit Ihnen läuft.

Das Gartentor ist aber für Sie und Ihren Schützling noch tabu. Die ersten Ausflüge unternehmen Sie besser mit dem Auto ins Grüne, wo Sie Ihr Hovawärtchen wieder an der langen Schnur auf unbefahrenem Gelände bei sich laufen lassen und die Schnur ab und zu aufnehmen. Sie loben Ihr Hundchen, wenn er brav kommt, sitz macht und wieder mit Ihnen losläuft. Wenn das klappt, dann ist es Zeit die erste Leine zu benutzen – Ihr Welpe wird sie nicht als Einschränkung empfinden und sie auch in Zukunft lieben. So, wird er auch sein Revier am Gartentor und den mit Ihnen immer wieder gelaufenen Grenzen enden lassen und gegebenenfalls verteidigen, Sie wissen ja: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr! Darum auch die Ausflüge erst zum Tor hinaus zu Fuß, wenn das Revierverhalten sicher sitzt.

Ein Hovawart hat zwar normalerweise alle diese uns so wertvollen Anlagen in den Genen, aber sie müssen gefördert und in die richtigen Bahnen gelenkt werden um einen verlässlichen treuen Hofwächter zu ergeben. Bedenken Sie, ein kleiner Wolf wird auch von seinem gesamten Rudel geprägt – allein wäre er zum Tode verurteilt, lebensunfähig weil er nichts lernen könnte. Diese große Aufgabe haben Sie jetzt mit Ihrem Welpe zu erfüllen – er braucht Sie und Ihre Familie täglich und möglichst viele Stunden. Das erste Jahr ist wertvoll, jede einzelne Stunde davon. Sie sollten Ihren Welpen deshalb so viel wie möglich mitnehmen, zu Freunden und Verwanden, Besuch bei sich empfangen, Baden fahren an den See, zu Ausstellungen und Festen gehen, in die Gaststätte oder Restaurant wo der Hund ruhig unter dem Tisch liegt und nicht betteln darf, Fahrstuhl fahren, in die Einkaufspassage im Getümmel und vieles andere mehr und natürlich alles was der Züchter begonnen hat ist günstiger Weise fortzusetzen. Immer wenn eine Sache gut klappt kann die nächste begonnen werden, Gelerntes aber trotzdem ab und an wiederholen um es zu festigen. So hat Ihr Hovawart viel Freude am Lernen, wird sie sicher als „Leitwolf“ anerkennen und Ihnen zum Dank ein treuer Begleiter sein bis ins hohe Alter.

 

Claire, Fenya und Nero in Aktion

Claire, Fenya und Nero in Aktion

 

Diese Empfehlungen geben wir gerne weiter von der Hovawartzucht vom Hegebach hovawart.jimdo.com